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Das Biosphärenreservat

Das Biosphärenreservat ist zum Einen durch den Schaalsee als tiefster Klarwassersee (71m) Norddeutschlands sehr interessant und zum Anderen durch die Mischung von 40 Jahren " verwilderter " Natur und 5000 Jahren durch den Menschen geschaffener Kulturlandschaft.
In der Tier und Pflanzenwelt findet man viele vom Aussterben bedrohte Arten, die hier auf Feuchtwiesen, in Wäldern, Mooren und in den Hecken der alten bäuerlichen Kulturlandschaft ihren Platz finden ( z.B. der Storch auf unserem Dach )
.

Es gibt Orte, wo man glaubt, der erste Mensch zu sein, der diesen betritt, da man keine Häuser und Strommasten sieht und nur die Geräusche der Natur hört.

Es geht in einem Biosphärenreservat aber nicht nur um den Erhalt von Natur und Landschaft, sondern auch um den Platz des Menschen in dieser von ihm geschaffenen Kulturlandschaft. Man versucht einen vernünftigen Ausgleich von menschlicher Nutzung und natürlichen Kreisläufen aufzubauen.
Dem Amt für Biosphäre obliegt die schwere Gratwanderung, die Belange der Bewohner und Landwirte mit dem Erhalt von Natur und Tierarten unter einen Hut zu bringen.

Zwei Projekte zur Stärkung der Region sind die Regionalmarke ( www.schaalsee.de),
die jeder verliehen bekommen kann,
der hier im Reservat umweltverträglich wirtschaftet und der Biosphäre Schaalsee Markt jeden ersten Sonntag im Monat am Paalhuus in Zarrentin, wo viele Direktvermarkter der Region hinkommen, musikalische Einlagen und Vorträge z.B. einer Heilpraktikerin gibt es auch.

Hier in Rögnitz bemühen wir uns um die Erhaltung alter Kultur, indem wir seit 5 Jahren am Pfingstsonntag wieder das traditionelle Ringreiten abhalten, welches 30 Jahre seinen festen Platz im Dorfleben hatte und mit fortschreitender Technisierung dann verschwunden ist.


Zum Ringreiten kommen ca. 40 Reiter aus allen Dörfern zusammen und müssen im Galopp
5-Markstück große Ringe abstechen und hinter sich werfen.
Durch die einmalige Kulisse der blühenden Rögnitzer Kastanienallee vor dem Gutshaus ist dieses Ereignis schon Kult geworden.

Im Herbst veranstalten wir am 2. Sonntag im September ebenfalls an diesem Ort einen "Urtümlichen Bauernmarkt", bei dem es Sensenschleifer,Korbflechter,Holzpantoffelschnitzer, lebende Tiere, offenes Feuer und lauter Leute mit selbstgemachten Marmeladen, Zierkürbissenund Kaninchenleberwurst z.B. gibt.
Hier kommt es auf´s Flair und nicht auf den Umsatz an.

" Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt untergeht, würde ich nach Mecklenburg gehen, dort passiert alles 100 Jahre später."

Dieser spöttische Satz von Bismark über das rückständige Mecklenburg gilt sicher auch heute noch - aber er birgt auch eine große Chance: In einer dünn besiedelten und in großen Teilen noch intakten landwirtschaftlichen Kulturlandschaft können vielleicht Dinge entstehen, die heute im größten Teil Deutschlands nicht mehr möglich sind.
Dies bedeutet auch, aus den dort gemachten Fehlern zu lernen
und eine ökologisch wie wirtschaftlich sinnvolle Politik zu betreiben, die den speziellen Eigenarten unserer Region gerecht wird - wer würde heute noch von einer rückständigen Toscana reden ?